Rauchschwalbe
Hirundo rustica
© Dennis / Flickr.com

Lebensraum

Gebäude
Wiese, Obstgärten, Felder
Gewässer

Rauchschwalben sind Kulturfolger. Die Vorliebe für Rauchschwalben für den Ausflug aus Gebäuden durch den Rauchfang brachten ihr ihren Namen ein. Ihre Nahrung (fliegende Insekten, Spinnen u.a.) erbeuten sie fast ausschließlich in der Luft. Bei Schlechtwetterphasen folgen sie den Insekten in eine niedrigere Flughöhe. Rauchschwalben sind keine ausgesprochenen Koloniebrüter, brüten aber gerne in Gemeinschaft mit etwas Abstand zwischen den Nestern. Saisonale Brut mit einem oder mehreren Partnern. Schon vorhandene Nester werden bevorzugt genutzt, aber auch Kunstnester werden gerne angenommen. Die selbstgebauten Nester bestehen aus mehreren Hundert bis Tausend Lehmkugeln, die mit Speichel verklebt werden. Den Lehm sammeln Rauchschwalben an kleinen Wasserstellen.

Wenig zugige Wände und Balken in landwirtschaftlichen Gebäuden, Lagerräumen oder verlassenen Gebäuden sind bevorzugte Brutplätze der Rauchschwalbe. Typisch sind 1 - 3 Bruten/Jahr. Die Brutdauer und Nestlingszeit verlängert sich bei Schlechtwetterphasen und Nahrungsknappheit, Jungvögel fallen dabei in eine Kältestarre (Torpor).

Ihre Lebenserwartung liegt zwischen 12 - 16 Jahren.

Erkennungsmerkmale 
Rauchschwalben haben eine weiße Unterseite mit rostroter Kehle. Die Oberseite ist blauschwarz und geht in einen tief gegabelten Schwanz über. Sie sind sehr schnelle Flieger mit raschen Richtungsänderungen. Ihr Gesang ist ein leises Zwitschern. Im Flug erklingt oft ein ein- bis mehrsilbiges "wid-wid". Sie brüten bevorzugt im Inneren von Gebäuden, ihre Nester sind nach oben offen.
Lebensraum 
Hohe Bindung an landwirtschaftliche Gebäude (Ställe, Scheunen). Selten an Brücken oder Schächten. Offene Flächen, mitunter in Gewässernähe.
Gefährdungsgrad
nicht gefährdet
Ähnliche Arten

Rauchschwalben können mit Mehlschwalben und Mauerseglern verwechselt werden. Mehlschwalben haben einen schwach gegabelten Schwanz und einen weißen Fleck Schwanzansatz. Mauersegler sind immer in der Luft und sitzen nie auf Ästen oder Dächern.

Maße 

17 – 19 cm (davon Schwanzspieße 2 – 7 cm), Flügelspannweite 32 – 34,5 cm, Gewicht 16 - 24 g

Aktivitätszeit 
Rauchschwalben sind Zugvögel mit Winterquartier südlich der Sahara sowie im Mittelmeerraum. Von März bis Oktober können sie in Mitteleuropa angetroffen werden.
Beobachtung eintragen
Text wurde mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag aus dem Buch Stadtfauna übernommen. Cover StadtFauna-Buch
Im Nest und auf Stromleitungen

Etwas größere Jungvögel können sehr gut im Nest beobachtet werden. Mitunter lassen sich Rauchschwalben auch gut über Gewässern beobachten, wenn sie knapp über der Wasseroberfläche zum Trinken fliegen. Größeren Gruppen von Rauchschwalben kann an ihren Tagesruheplätzen auf Oberleitungen zugeschaut werden.

Glücksbringer

Schwalben gelten als Glücksbringer. Brüten Schwalben an oder in einem Haus, so ist dieses vor Blitz und Feuer geschützt. Sie gelten auch als Sommerboten. Im Volksmund wird die Rauchschwalbe gerne als Schornstein- oder Bauernschwalbe bezeichnet.

Platz für Rauchschwalben

Traditionelle landwirtschaftliche Betriebe mit Nutztierhaltung bieten aufgrund der Körperwärme der Tiere optimale Bedingungen für das Aufwachsen des Rauchschwalbennachwuchses in Ställen. Durch den vor allem während der Brutzeit hohen Bedarf an Proteinen, senken sie in den Ställen das Insektenaufkommen.

Nistmaterial und Nisthilfen

Durch die Asphaltierung von Wegen und Plätzen schwindet die Möglichkeit für Rauchschwalben Nistmaterial zu herbeizuschaffen. Durch das Anbieten von kleinen, lehmigen Stellen auf Flachdächern oder im Garten können sich Rauchschwalben ihr Nistmaterial selbst besorgen. Auch Kunstnester und Nistbretter sind eine wertvolle Unterstützung, da hierbei weniger Energie für den Nestbau aufgewendet werden muss. Zudem schaffen sie Abhilfe gegen den Mangel an Nistplätzen.

Gefahren 
  • Modernisierung landwirtschaftlicher Strukturen: Die Intensivierung der Landwirtschaft und der Wegfall traditioneller Vieh- und Milchbetriebe führen zu Nistplatz- und Nahrungsmangel. Auf das Verschwinden des typischen Dorfcharakters in ländlichen Gegenden folgen ebenfalls Bestandsrückgänge.

  • Baumaßnahmen: Gebäuderenovierungen, zunehmende Versiegelung der Flächen sowie die illegale Zerstörung von Nestern führen zu einem Mangel an Nistplätzen und Baumaterial für Nester.

  • Pestizideinsatz: Durch den Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln sinkt das Nahrungsangebot für Rauchschwalben und dadurch der Bruterfolg.

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