Bienenfresser
Merops apiaster
© gman25 / Flickr.com

Lebensraum

Ruderalfläche, Verkehrswege, offene Flächen
Wiese, Obstgärten, Felder
Gewässer

Bienenfresser erinnern durch ihre Färbung an Vögel aus dem tropischen Regenwald. Sie ernähren sich vor allem von Fluginsekten (Bienen, Wespen), Käfern, Schmetterlingen und Libellen. Bienenfresser sind saisonal monogam und brüten meist in großen Kolonien an Steilufern oder Abbruchkanten von Böschungen oder Sandgruben. Die bis zu 2 m langen Brutröhren, die in einer Nestkammer enden, werden jedes Jahr neu gegraben. Bienenfresser benötigen ca. 2 – 3 Wochen für den Bau einer Brutröhre. Oft werden mehrere Röhren gleichzeitig begonnen. Ist die Brutröhre fertig, ist der Schnabel des Bienenfressers einige mm kürzer. Typisch ist 1 Brut/Jahr, selten kommt es zu Ersatzgelegen. Männchen und Weibchen wechseln sich ab beim Brüten. Die flüggen Jungvögel werden in etwa 3 weitere Wochen von den Elternvögeln gefüttert. Oft ziehen Familienverbände gemeinsam in das Winterquartier.

Die Lebenserwartung liegt bei 8 -10 Jahren.

Erkennungsmerkmale 
Gelbe Kehle, schwarzer Augenstreif, Oberseite bräunlich-gelb gefärbt mit grünlichen Oberschwanzdecken. Flügel türkis bis bräunlich-gelb gefärbt. Unterseite türkis.
Lebensraum 
Warme Tieflagen. Offene und abwechslungsreiche Landschaften, oft in Gewässernähe für die Nahrungssuche. Kulturlandschaften (Obstgärten, Weinberge, Trockenrasen und Weiden).
Gefährdungsgrad
potenziell gefährdet
Ähnliche Arten

In Ausnahmefällen mit der in Mitteleuropa sehr seltenen Blauracke.

Maße 

27 – 29 cm, Flügelspannweite 44 – 49 cm Gewicht 50 – 61 g

Aktivitätszeit 
Bienenfresser sind Zugvögel und überwintern in den Savannen Senegals und Ghana, sowie in Ostafrika. Von April bis September sind sie in Mitteleuropa zu beobachten.
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Text wurde mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag aus dem Buch Stadtfauna übernommen. Cover StadtFauna-Buch
Im Gleitflug

Bienenfresser auf Nahrungssuche gleiten häufig und andauernd mit ausgestreckten Flügeln und gespreiztem Schwanz. Dabei sind sie gut zu beobachten. Auch an ihren gemeinsamen Schlafplätzen im Freien können sie mit gebührendem Abstand beobachtet werden.

Bienenfresser bevorzugen oft die Steilhänge von Abbruchkanten oder Hohlwegen. Bei großen Kolonien kann es in Folgejahren zu Nistplatzengpässen kommen, da die Brutröhren meist nur einmal genutzt werden. Durch Abbruch der Hänge entstehen neue Flächen, an denen die Bienenfresser ihre Brutröhren bauen können.

Strukturreichtum erhalten

Bienenfresser ernähren sich vorwiegend von Insekten. Liegen Wiesen und Gewässer mit hohem Insektenreichtum zu weit entfernt vom Nistplatz, schaffen es die Elternvögel mitunter nicht ihren Jungen ausreichend Nahrung anzubieten. Extensiv genutzte Wiesen und Grünflächen mit hohem Insektenangebot sind daher eine wichtige Grundlage für den Erhalt des farbenfrohen Bienenfressers.

Beliebtes Fotomodel

Bienenfresser sind aufgrund ihrer bunten Gefiederfärbung ein beliebtes Model für Fotografen und Vogelliebhaber. Oftmals verursachen diese dabei ein erhöhtes Maß an Störungen, die sich vor allem in der Brutzeit negativ auf die Vögel auswirkt. Durch das Einhalten von ausreichend Abstand zu den Kolonien der Bienenfresser können Störungen maßgeblich reduziert werden.

Gefahren 
  • Landwirtschaft und Pestizide: Intensivierung der Landwirtschaft, Pestizideinsatz, sowie Verlust von Weiden und Wiesen, führt zu Bestandseinbußen.
  • Vogeljagd: Auf ihren Zugrouten werden Bienenfresser über dem Mittelmeerraum häufig Opfer von Vogeljagden.
  • Freizeitnutzung: Intensive Freizeitnutzung entlang der Brutwände oder auch allzu begeisterte Vogelbeobachter führen zu Beeinträchtigungen am Brutplatz.
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