Steinkauz
Athene noctua
© Andy Chilton

Lebensraum

Wiese, Obstgärten, Felder

Der Steinkauz gehört zu den kleinsten Eulen Mitteleuropas. Sein Nahrungsspektrum ist sehr vielseitig. Insekten, Reptilien, Amphibien, aber auch Vögel und kleinere Säugetiere (vor allem Feldmäuse) werden erbeutet. Der Name Steinkauz hat nur wenig mit seinen Brutvorlieben gemein. Die monogamen Eulen bevorzugen Höhlen in Eichen, Weiden, Obstbäumen und Kopfbäumen, in der Regel aber sehr bodennah. Auch Nisthilfen werden gerne von Steinkäuzen angenommen. Die Brutplätze werden nicht ausgepolstert. Typisch ist 1 Brut/Jahr, in seltenen Fällen auch 2 Bruten. Das Weibchen wird während des Brütens vom Männchen versorgt, jagt aber bei unzureichender Versorgung auch selbst. Die flüggen Jungvögel bleiben noch etwa 2-3 Monate im Revier der Elternvögel, bevor sie endgültig abwandern.

Lebenserwartung: 15-18 Jahre.

Erkennungsmerkmale 
Dunkelbraunes Gefieder mit weißen Sprenkeln und hochbeinig. Die Augen sind groß und gelb gefärbt, darüber ein schmaler weißer Überaugenstreif. Flache Stirn und keine Federohren.
Lebensraum 
Offene Grünlandflächen mit ausreichend Höhlen, Ansitzwarten und Tageseinständen. Streuobstbestände, Weingärten, Wiesen und Weiden mit Kopfbäumen. Mitunter auch in Dörfern.
Gefährdungsgrad
stark gefährdet
Ähnliche Arten

Steinkäuze könnten mit dem ähnlich großen Raufußkauz oder dem etwas kleineren Sperlingskauz verwechselt werden. Raufußkauz und Sperlingskauz besiedeln jedoch vorwiegend Nadel- und Mischwälder.

Maße 

21 – 23 cm, Flügelspannweite 54 – 58 cm

Gewicht 140 – 250 g

Aktivitätszeit 
Der Steinkauz zeigt sich während der Balzzeit mitunter tagsüber, vorwiegend jedoch in der Dämmerung und nachts aktiv.
Beobachtung eintragen
Text wurde mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag aus dem Buch Stadtfauna übernommen. Cover StadtFauna-Buch
Im Schein der Lampe

Die Beobachtung der dämmerungs- und nachtaktiven Eule ist etwas schwieriger. Mitunter lässt er sich in der Nähe von Gehöften beobachten, wenn er die vom künstlichen Licht angelockten Insekten jagt. Während der Brutzeit ist er auch tagsüber unterwegs, um ausreichend Futter für die Jungen und das Weibchen zu erbeuten.

Der Steinkauz im Mittelalter

Steinkäuze sind bei Spechten nicht sehr beliebt und rufen Flugattacken und starke Lautäußerungen hervor. Dadurch wurden sie in Österreich lange Zeit für die Jagd auf Singvögel eingesetzt. Sein Ruf kuwitt, den der Steinkauz oft in der Dämmerung vorträgt, wurde von Menschen als Lockruf komm mit ausgelegt. Es wurde angenommen, dass Steinkäuze damit die Angehörigen ins Reich der Toten locken wollten, was ihm den Namen „Totenvogel“ einbrachte.

Verstecke und Nahrung

Steinkäuze bieten hüpfend am Boden auf der Suche nach Regenwürmern ein Naturschauspiel der besonderen Art. Wichtig für sie sind kurzrasige Streuobstwiesen und Weiden, sowie Mahdwiesen. Auch Weingärten mit Wiesen zwischen den Weinzeilen bieten gute Lebenrsäume. Ansitzwarten und Tageseinstände in Scheunen und Bäumen kommen dem Steinkauz sehr entgegen.

Gefahren 
  • Landschaftliche Veränderungen: Intensivierung der Landwirtschaft, Verlust von Streuobstbeständen, Aufgabe von extensiv genutzten Weiden und Wiesen führen meist zum Lebensraumverlust und damit auch Verlust von Brutplätzen. Es entwickeln sich mitunter nur noch lokal vorkommende Restpopulationen.
  • Gebäudesanierungen: Durch Modernisierungsvorhaben und Neubauten in Randlagen fallen vielerorts die Tageseinstände des Steinkauzes weg.
  • Verkehrsopfer: Durch den zunehmenden Straßen- und Bahnverkehr kommt es häufig zu Kollisionen von Steinkäuzen mit Autos.
Wilde Nachbarn Gesamtprojekt
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